Online-Zusammenarbeit neu DENKEN

Zwischen Maskenball und Monitor

Bisher dachten wir, dass die digitale Transformation in der VUCA Welt die Wirtschaft vor große Herausforderungen stellt. Und dann kommt eine Pandemie und verändert Zusammenarbeit in Organisationen in einer bisher nicht erlebten Dimension. Von einem Tag zum anderen sind alle Mitarbeiter im Home-Office und dürfen nicht mehr ins Büro. Und nun kommunizieren, trainieren und arbeiten wir auf Abstand. Digital und via Monitor. Was vorher undenkbar war, wird plötzlich ausprobiert, umgesetzt und man stellt fest, es lohnt sich.

In den letzten Wochen haben wir Teamentwicklungen, Strategieprozesse und Seminare Online durchgeführt und dabei viel gelernt. Die 5 wichtigsten Learnings für Moderatoren als Voraussetzung für erfolgreiche Online-Training für Gruppen von 10- 20 Teilnehmern sind:

  1. Technische Ausstattung Moderator
    • Stabile Internetverbindung
    • zwei Monitore (Videos und Content, optional zweites Device für das Ausgangsignal)
    • Videoconferenz-Technik, um Arbeit am Flipchart zu ermöglichen
  2. Technische Ausstattung Teilnehmer
    • Webkamera vorhanden und eingeschaltet
    • Head-Sets für gute Tonqualität
  3. Anforderungen Videokonferenz-Tool
    • Übertragung aller Teilnehmer
    • Chat-Funktion (Texte, Files und URLs)
    • Bildschirm Teilung (auch für Teilnehmer)
    • Break-Out Sessions “on the Fly”
    • Einfaches Whiteboard
  4. Didaktik und Medienwechsel
    • Zusammenarbeit und Interaktion mit professionellen Online-Whiteboard-Tool
    • Methodenwechsel, zwischen Input, Gruppenarbeiten, Flipchart und Arbeiten mit Online-Whiteboards.
  5. Dauer und Umfang und Empfinden
    • Online-Trainings, -Meetings, -Seminar verlangen Disziplin und benötigen konsequentes Time-Boxing
    • Tageseminare werden von Teilnehmern gut bewertet, wenn regelmäßige Pausen den Online-Tag gliedern und der Methodenmix sinnvoll eingesetzt wird.

Für Online-Seminare kommt also zu den bisherigen fachlichen und didaktischen Anforderungen noch einiges dazu, wenn man es gut machen möchte. Zuerst muss man sich gut „ins Bild setzen“, um Empathie aufzubauen. Also eine gute Kameraperspektive, ordentliche Ausleuchtung, ein angemessener Hintergrund oder entsprechendes Umfeld. Darüber hinaus wird der sichere Umgang mit der gesamten Technik zu einem weiteren erfolgskritischen Faktor. All dies kann es sinnvoll machen, Online-Seminare mit zwei Moderatoren durchzuführen oder Training und Technik zu trennen. Die Technische Universität München führt beispielsweise den gesamten Vorlesungsbetrieb Online durch, setzt jedoch in Vorlesungen zusätzlich technische Mitarbeiter ein. Unter dem Strich fühlen sich Online-Seminare für uns dichter und anstrengender an.

New Ways of [Agile] Working. Durch Corona verändert sich die Zusammenarbeit in Unternehmen grundsätzlich, so das Feedback aus Gesprächen mit Unternehmern, Führungskräften und Coaches. Individuell und flexibel wird die Zusammenarbeit an die jeweilige Situation angepasst. Und dabei wird die Digitalisierung zu einem zentralen Erfolgsfaktor. Wie können in selbstgesteuerten, verteilten Teams Zielerreichung, Informationsfluss und die Kommunikation sichergestellt und wie wird der Zusammenhalt im Team aufrechterhalten, wenn der Office-Alltag nicht mehr das Zentrum der Zusammenarbeit ist.

Dies bedeutet, dass Transparenz mehr Verantwortungsübernahme in autonomen Prozessen ermöglicht, dass sich in der Führung die Balance von Kontrolle zu Vertrauen verschiebt und dass man in einer lernenden Fehler- und Feedbackkultur mutig neues ausprobieren und verwerfen darf. Kurz gesagt, die Komfortzone der bisher gesicherten Prozesse zu verlassen und mutige, bessere Lösungen zu entwickeln. Online-Seminare, -Training, -Coaching, -Zusammenarbeit werden zu einem zentralen Baustein unserer Arbeitswelt. Für Moderatoren und Teilnehmer eine Herausforderung mit großen Chancen. https://www.sicht-weise.net/agilen-mindset-entwickeln-2/

Und bei aller Digitalisierung freut man sich, wenn man sich die Nase nicht nur am Bildschirm plattdrückt und mal wieder zum „Maskenball laden darf. Denn in Zeiten von 1,5 Abstand gelten für eine Teamzusammenarbeit in einem Raum andere Regeln. Teams aufteilen, Maske aufsetzen und Handschuhe an. Dann kann für entsprechenden Zeitraum in kleinen Gruppen live zusammengearbeitet werden. Wir haben es einfach „Maskenball“ genannt.

Und wie immer im Leben, es kommt auf die angemessene Balance an, um unter den jeweiligen Rahmenbedingungen das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Also derzeit zwischen Maskenball und Monitor für Online-Seminare, -Training, -Coaching und -Zusammenarbeit.

 

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